Nach den Vorkämpfen in Quebec

Die gute Nachricht zuerst: Zwei Startplätze für die Olympischen Spiele wurden gesichert und Anna Dogonadze und Henrik Stehlik gehen an Position 6 und 4 ins Finale am Samstag. In den beiden Vorkämpfen bei den Damen und bei den Herren hatten die Deutschen jeweils die Chance, das Mannschaftsfinale zu erreichen, aber unnötige individuelle Fehler verhinderten das letztendlich.

Bei den Herren war der Pflichtdurchgang geradezu bombastisch gut – mit 30,0, 30,2, 30,4 und 30,7 Punkten hatten Martin Gromowski, Dennis Luxon, Markus Kubicka und Henrik Stehlik ein Pfund vorgelegt, kratzten damit schon am Mannschaftsfinale und hatten gleichzeitig gleich mehrere Chancen, für die deutschen Herren 2 Startplätze für Olympischen Spiele in Peking zu sichern. Diese Hoffnungen wurden dann jedoch herbe enttäuscht, da Dennis in Bedrängnis eine Standsprungschraube anstelle eines Doppelsaltos mit Schraube in seine Kür einbauen musste und Martin bereits nach 5 Übungsteilen das Gerät verließ. Während Markus mit guter Kür in der erstklassigen Konkurrenz nicht ganz nach vorne turnen konnte (selbst 69,7 Punkte reichten hier NICHT fürs Finale) zeigte Henrik wie schon so oft seine Nervenstärke und die wunderbare Fähigkeit, im richtigen Zeitpunkt eine Topleistung abzurufen.

Im Vorkampf der Damen war es von vornherein abzusehen, dass es schwer werden würde, das Mannschaftsfinale zu erreichen. Nachdem aber auch favorisierte Nationen Patzer hatten verzeichnen müssen, hatten Anna Dogonadze, Jessica Simon, Lara Hüninghake und Sarah Syed doch eine reelle Chance. Lara und Sarah zeigten in Pflicht wie Kür durchweg gute Leistungen, die beim ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft kaum so zu erwarten waren. Jessica war bereits in der Pflicht nicht bestens zurecht gekommen und musste ihre halbherzig begonnene Kür auch vorzeitig beenden. Anna hingegen rief – nach langer Rückenverletzung gerade genesen – eine Spitzenleistung ab, womit sie sich das Finale und Deutschland den Startplatz für Peking sicherte. Insgesamt waren die Damen damit sechste und verpassten das Finale der besten Fünf um nur einen Punkt.

"2 Herzen schlagen in der Brust: Wir sind froh und glücklich, dass unsere beiden Asse, Anna und Henni gestochen haben. Auf der anderen Seite ist die Enttäuschung nicht zu leugnen, die durchaus möglichen Mannschaftsfinals verpasst zu haben. Aus Sicht des DTB ist das Ergebnis schon zufriedenstellend mit zwei Startplätzen für Peking, aber mehr wäre schon schön gewesen. Der Frauenwettkampf war sehr wackelig, das aber bei allen Nationen, womit es doppelt schade war." So Cheftrainer Michael Kuhn nach dem Wettkampf. Es bleibt die Hoffnung auf etwas glücklichere Resultate beim morgigen Synchronwettkampf.

Anna und Henrik auf jeden Fall alles Gute für das Finale am Samstag!

Die detaillierten Ergebnisse sind unter www.trampolinequebec2007.ca online.

Kay Schlüpmann